Chronik

 

 

Am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1870, vielleicht unter den Eindrücken des eben tobenden Deutsch-Französischen Krieges, wurde die FF Stadelhofen geboren. Unter diesem Datum sind in der Stammliste der Freiwilligen Feuerwehr folgende fünf Namen eingetragen:

  • Stenglein Johann, Stadelhofen
  • Linz Georg, Wotzendorf
  • Schmitt Johann, Stadelhofen
  • Will Christoph, Stadelhofen
  • Hofmann Georg, Stadelhofen

 

Bald erklärten sich weitere Männer bereit, die auch als Gründungsmitglieder gelten:

  • Nikol Johann, Stadelhofen
  • Sparlein Johann, Stadelhofen
  • Hofmann Anton, Stadelhofen
  • Dittrich Friedrich, Stadelhofen
  • Mösner Jakob, Stadelhofen
  • Dörfler Johann, Stadelhofen
  • Stadter Johann, Stadelhofen
  • Kraus Johann, Schederndorf
  • Lang Franz, Pfaffendorf
  • Popp Johann, Pfaffendorf
  • Petrich Johann, Wölkendorf
  • Weitermüller Josef, Großziegenfeld

 

Diese Auflistung zeigt schon, dass auch Bürger außerhalb der damaligen Gemeinde (Stadelhofen, Wotzendorf, Eichenhüll) an einem Feuerschutz auf den besonders gefährdeten (weil trockene und wasserarme) Jurahöhen interessiert waren.

Nach zwei Jahren fühlte man sich offenbar - einsatzbereit - und meldete die Wehr beim königlichen Bezirksamt Bamberg an. Dies geht aus der unten stehenden Urkunde hervor.

Im gleichen Jahr 1872 wurde auch schon die erste Feuerwehrpumpe angeschafft und das erste Feuerwehr Gerätehaus am oberen Dorfplatz bei Haus Nr. 16 in Stadelhofen gebaut, wozu sicherlich größere finanzielle Opfer nötig waren.

Leider dauerte es nur wenige Jahre, bis die Wehr zu ihrem ersten Großeinsatz gerufen wurde.

Drei Knaben zündelten am Nachmittag des 18. Juni 1878 in der Scheune von Haus Nr. 16 . Bis die Bauern von ihrem Feld nach Hause eilen konnten, brannte, begünstigt durch den Wind und die noch stehbedeckten Dächer, 15 Gebäude nieder.

Auch in späteren Jahren wurde die Gemeinde vom Feuerteufel nicht verschont:

1926 brannte es in Wotzendorf, 1936 schlug der Blitz in Stadelhofen ein, 1950 wurden wieder 2 Anwesen in Stadelhofen ein Raub der Flammen.

Am Kirchweihsamstag kam es 1965 ebenfalls in Stadelhofen wieder zu einem Großfeuer, bei dem mehrere Gebäude vernichtet wurden.

Auch hierbei zeigte sich wieder eine große Wassernot auf dem Jura. Bald war der Löschteich (die "Hüll") leer und nur Dank der Hilfsbereitschaft der Amerikaner, die mit Tankwagen Wasser aus dem Tal herbeischafften, konnte noch größeres Unheil abgewendet werden. Die Kirchweihfreude war den direkt Betroffenen und allen Dorfbewohnern genommen. So viele Besucher wie an jenem Sonntag hat das Dorf wohl selten erlebt.

Natürlich gab es bei der FFW auch glücklichere Tage. 1953 war das große 80-jährige Gründungsfest, verbunden mit der Fahnenweihe, ein bedeutendes Wochenende für die Ortschaft Stadelhofen. 20 Jahre später gratulierten viele geladen e Wehren aus naher und weiter Umgebung zum 100-jährigen Gründungsfest, schon damals unter Schirmherrschaft von Landrat Otto Neukum.

Auch in der Verbesserung der Ausrüstung war die Wehr nicht träge. So wurde im Jahr 1927 die erste Motorspritze angeschafft, die in Wotzendorf stationiert war. Als 1942 eine weitere Motorspritze gekauft worden war, benötigte man ein neues, größeres Feuerwehr Gerätehaus, das kurz darauf in Stadelhofen gegenüber dem Steinfelder Weg gebaut und bis ins Jahr 1999 genutzt wurde.

Wohl aus berechtigten Gründen wurde ihm gleich eine Gefängniszelle beigefügt, denn Stadelhofen hatte damals noch eine Polizeistation. Dem vernehmen nach sollen neben verdächtigen Handwerksburschen und Landstreichern auch manche Einheimische diesen Raum zwangsweise benutzt haben. Erst 1972 wurde diese Zelle aufgelöst, um mehr Platz für Feuerwehrgeräte zu haben.

Um die Wehr noch schlagkräftiger zu machen, wurde im Jahr 1963 dem Fortschritt gemäß eine TS 8 Spritze angeschafft. Die Hüll wurde ebenfalls in den 60er Jahre in einen modernen Löschwasserbehälter umgebaut, den heute eine Grünfläche mit Sträuchern ziert. Fleißige Frauenhände stellen seit ein paar Jahren einen herrlich geschmückten Osterbrunnen darauf, der die Dorfbewohner und viele Besucher erfreut.

Im Jahre 1983 trennten sich die Feuerwehrmänner aus Wotzendorf und Eichenhüll von Stadelhofen und gründeten eine eigene Wehr.

Am 01. Januar 1984 riefen 16 mutige junge Frauen und Mädchen mit den Gruppen IV und V eine Stadelhofer Damenfeuerwehr ins Leben. Bereits im Juli 1984 wurde die Leistungsprüfung (Bronze) mit Erfolg abgelegt.

Natürlich legten auch die männlichen Gruppen laufend Leistungsprüfungen ab und viele Wehrleute dürfen sich mit den Abzeichen in Bronze, Silber, Vorstufe Gold, Gold und Gold Rot schmücken.

 

120-jähriges Gründungsfest 1992......

 

1993 wurde ein Ford Transit der FF Steinfeld übernommen, der zur Absicherung der Autobahn umgebaut wurde und bis ins Jahr 1999 im Dienst der Feuerwehr stand.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Stadelhofer Feuerwehr stellt sicherlich das Jahr 1999 dar. Der damalige Kommandant Thomas Oswald durfte das neue Feuerwehrfahrzeug entgegen nehmen. Ein Löschfahrzeug LF8/6 der Firma Krämer/IVECO, mit der Bestückung „THL“ und „Atemschutz“ .

Da dieses Fahrzeug nicht mehr in das vorhandene Feuerwehrgerätehaus passte, wurde in Gebäudeteil der Fa. Niemetz als Feuerwehr Gerätehaus angemietet und wird bis zum Jahre 2009 genutzt.

Die Löschwasserversorgung in der Ortschaft Stadelhofen war mit dem Löschwasserbehälter (210cbm) sichergestellt. Im Jahre 1998 wurde mit der Fertigstellung des Fernwassernetzes der Brandschutz auf einen hervorragenden Stand gebracht.

Für die Zukunftssicherung erwarb die Gemeinde eine alte Scheune mitten im Ort, um diese als Feuerwehrgerätehaus umzubauen.

 

Mit steigenden Einsatzzahlen wurde der Führung immer mehr bewusst, wie wichtig die aktive Nachwuchsförderung ist. Mit Gerald Düthorn konnte man einen engagierten Jugendwart gewinnen, der die Jugendfeuerwehr seit dem Jahr 2002 mit großem Eifer betreut.

 

Die Kommandanten der Wehr im Laufe der Jahre waren:

  • Stenglein Johann
  • Stenglein Anton
  • Krauß Georg
  • Mösner Johann
  • Schütz Georg
  • Freitag Bernhard
  • Oswald Thomas
  • Düthorn Gerald
  • Robert Mirlach

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Die FF Stadelhofen wünscht sich, möglichst selten zum Einsatz gerufen zu werden und dass es immer wieder junge Leute gibt, die bereit sind, sich zum Schutz ihrer Mitmenschen und deren Hab und Gut einzusetzen, getreu dem alten Wahlspruch der Feuerwehr:

 

„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“